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Kuba Total - Abenteuer Pur!

Die vielen Palmen, die Zuckerrohrfelder, die abenteuerlichen elektrischen Anlagen und nicht zuletzt die arme, gemischtrassige, wenig aggressiv, nicht aufdringliche und scheinbar auch zufriedene Bevölkerung beeindruckten uns sehr.

 

Tag 1: der erste Eindruck zählt

Nach der Ankunft in Havanna, einer sehr kurzen Nacht und dem Weiterflug mit einer Antonow nach Santiago de Cuba möchte ich zu Beginn die für mich so prägenden Eindrücke von Kuba nennen:

 

  • Die weltweit bekannten Bilder von Oldtimern. Es kam mir vor, als wenn fast jedes zweite Auto ein Oldtimer ist.
  • Ich habe noch nie so viele Schaukelstühle gesehen. In jedem Haus gibt es mindestens einen, meist mehrere Schaukelstühle.
  • Schon von der Fahrt vom Flugplatz nach Santiago de Cuba fallen die Metallgitter an den Häusern auf. Die meisten Türen und Fenster, manchmal auch die gesamte Hausfassaden scheint in Cuba mit mehr oder weniger   kunstvollem Gitter versehen zu sein.
  • Neben den Oldtimern werden die Straßen der Städte häufig von Fahrrad- und Pferdetaxis in allen Variationen geprägt. Sie scheinen das übliche Fortbewegungsmittel der Kubaner zu sein.
  • Überall im Land sind Rinder auf den Weiden. Die meisten Kühe werden von eins bis drei Kuhreihern begleitet. Sie befreien die Rinder von Zecken und anderen Plagegeistern.

 

Tag 2: Nationalhelden, Grabmäler und Fidel Castro

In Santiago de Cuba führte unser erster Weg zum großen Friedhof. Doch nicht die Mausoleen der Nationalhelden Jose Marti, Cespedes und anderer Größen Kubas oder die unzähligen Grabmäler werden als erstes in Erinnerung bleiben, sondern Marta, die uns in ihrer unnachahmlichen Art mit großer Begeisterung alles erklärte. Auf der Fahrt zur Innenstadt mit ihren sorgfältig restaurierten historischen Gebäuden gab es in den Straßen so gut wie keine Geschäfte zu sehen. Am jetzigen historischen Park und im zughörigen Museum (früher Militärkaserne) wurden uns die Anfänge der Kämpfe Fidel Castros und seiner Mitstreiter an dieser Stelle im Jahre 1956 anhand zahlreicher Fotos, Dokumenten und Kriegsmaterialien erläutert. Unser zugewiesenes Hotel war belegt und wir wurden in ein nahezu neues und wunderbar gelegenes Schwesterhotel, mit Blick auf die Meeresarme von Santiago de Cube, einquartiert. Beim abendlichen Bummel auf dem Boulevard gab es dann auch etliche Läden zu sehen.

 

Tag 3: El Castillo de San Pedro del Moro

Heute besichtigten wir zunächst das Castillo de San Pedro del Moro. Es ist eine noch gut erhaltene Wehranlage mit einem phantastischen Blick auf die Bucht und die umgebende Berglandschaft um Santiago de Cuba. Auf dem Fußweg zur Burg begegneten uns zum ersten Mal Verkaufsstände mit den für Touristen interessanten Geschenkartikeln. In einem urigen Lokal bei „Ramon“ gab es ein sehr reichhaltiges Mittagessen. Viele Besucher aus aller Herren Länder haben sich dort auf den Wänden verewigt. Zahlreiche hübsche Villen der wohlhabenden Bürger aus der Kolonialzeit begegneten uns auf der Fahrt zum Plaza de Marte. Von dort bummelten wir durch die nun sehr belebte Fußgängerzone ins Zentrum. Die zahlreichen kleinen und größeren Läden, Männer beim Brettspiel, Oldtimer und merkwürdige Busse (LKW mit Aufbau) gaben uns einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Kubaner. Bisher erlebten wir eine saubere und gepflegte Stadt und die Bürger schienen nicht allzu arm zu sein.

 

Tag 4: üppige Landschaften und die Berge der Sierra Maestra

Heute stieß das bisher noch vermisste australische Ehepaar zu unserer nun 6-köpfigen Gruppe. Auf einem anderen Weg nach Santiago de Cuba fuhren wir durch sehr ärmliche Stadtteile mit einfachen, teilweise zerfallenen Häusern. Es ging weiter quer durch die Innenstadt zum Revolutionsdenkmal und dann in die Berge zur ca. 40 km weit entfernten Wallfahrtskirche El Cobre. Sie ist schön gelegen und zieht zahlreiche Besucher an. In ihrer Nähe wurde früher auch Kupfer abgebaut. Weiter ging die Fahrt durch eine üppige grüne Landschaft in die Berge der Sierra Maestra zum „Urwaldhotel El Salton“. Während des reichhaltigen Mittagsmahls spielte und sang eine 3-köpfige Musikgruppe klassische kubanische Lieder. Anschließend blieb noch viel Zeit zum Ausruhen.

 

 

Tag 5: Dschungelwanderung im Nationalpark

Heute wanderten wir 3 Stunden durch den dschungelartigen Nationalpark mit seiner großen Vielfalt an Pflanzen. Der örtliche Führer machte uns mit den dortigen Blumen und Bäumen vertraut. Ein erster Anlaufpunkt war ein in den Bergen gelegener kleiner Bauernhof mit Hühnern, Hunden und Schweinen. Wir wurden durch die Bewohnerin mit Kaffee und Säften bewirtet und konnten uns überall umsehen. Unser Weg führte dann zu einem kleinen Bach. Am kühlen Wasser ließ es sich gut ruhen. Weiter ging es über Wiesen und Weiden zu einem Bauern, der für uns Kokosnüsse köpfte. Wir konnten die Kokosmilch trinken und etwas von ihrem Inneren kosten. Neben den Palmfrüchten wurden uns auch Limonen und Ananas angeboten. Zur Mittagszeit erreichten wir wieder unsere Hotelanlage. In der nun freien Zeit gab es dann nur noch die Möglichkeit zum Relaxen oder auf der äußerst schadhaften Zufahrtsstraße zum Hotel mal auf und ab zu gehen.

Tag 6: kubanische Klänge und Zuckerrohrfelder

Wir verließen die Berge mit ihrer üppigen Vegetation und fuhren zunächst nach Bayamo, einer kleinen sehr geschichtsträchtigen Stadt. Dort wurde der „Vater des Vaterlandes“ Cespedes geboren. Hier wurde auch die Nationalhymne geschrieben und zum ersten Mal vorgetragen. Es gab einen kleinen, sehr schön restaurierten Stadtkern mit Denkmälern, Museen und historischen Gebäuden. In der Kirche „Mayor de San Salvador“ ist ein großes Gemälde mit Darstellungen aus den Unabhängigkeitskriegen zu sehen. Anschließend lauschten wir noch einer kubanischen Musikgruppe, die uns auf klassisch kubanischen Instrumenten einige dort sehr bekannte Lieder vortrug.  Unsere Fahrt führte dann durch landwirtschaftlich geprägte Gebiete mit immer zahlreicher werdenden Zuckerrohrfeldern nach Camagüey. Der einsetzende sehr heftige Regen hielt bis in die Abendstunden an. Bei abnehmendem Regen und einsetzender Dunkelheit konnten wir dann noch eigenständig zu Fuß die Stadt erkunden. Ein Blick in die meist durch Gitter geschützten offenen Fenster und Türen in die Wohnungen der Bevölkerung war sehr interessant. Hier begegneten uns zum ersten Mal auch bewusst die zu jeder Wohnung zugehörigen Schaukelstühle.

 

Tag 7: Per Fahrradtaxi durch die Stadt

Vor unserem gemeinsamen Programm hatte ich am Morgen noch etwas Zeit mich auf den Nebenstraßen umzusehen. Der sehr lebhafte Verkehr mit Oldtimern, alten Lastkraftwagen, Pferdegespannen und Pferdekutschen sowie Fahrradtaxis, prägten das Straßenbild. Zahlreiche Obst- und Gemüsehändler sowie Läden mit Grundnahrungsmitteln boten ihre Ware an. Es war alles sehr laut und die Luft mit den Abgasen der Fahrzeuge angereichert. Im Fahrradtaxi fuhren wir gemeinsam mit unserem Reiseleiter durch die Stadt. Die Straßen sind teilweise verwinkelt und es gibt viele interessante Bauwerke und Plätze mit zahlreichen Museen und Kirchen. Die ausgewählte Route gab uns einen sehr guten Einblick in die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es blieb auch genügend Zeit anzuhalten, um sich verschiedene Plätze mit den umliegenden historischen. Gebäuden erklären zu lassen und ggf. auch mal einen Blick in sie hineinzuwerfen. Wir verließen Camagüey in Richtung Trinidad. Die Zuckerrohrfeldern gab es nun immer häufiger zu sehen. Kurz vor dem Ziel hatten wir dann noch die Gelegenheit von einer Anhöhe aus einen Blick in das „Tal des Zuckers“ (heute Weltkulturerbe) zu werfen. In früheren Zeiten gab es dort mehrere reiche Plantagenbesitzer. Viele Sklaven mussten für sie auf den Feldern und den damals zahlreichen Zuckermühlen arbeiten. Von unserem Privatquartier in Trinidad konnten wir am späten Nachmittag die sehr überschaubare Innenstadt auf eigene Faust erkunden. Somit hatten wir schon mal einen ersten Eindruck vom Zentrum und den vielen Souvenirläden in den umliegenden Straßen.

 

 

Tag 8: Stadtbummel durch Trinidad

Zunächst besichtigten wir eine Töpferei. Zu Fuß schlenderten wir dann durch das Stadtzentrum mit einem schönem Platz, einer interessanten Kirche und einigen restaurierten hübschen Häusern und Palästen aus der Kolonialzeit. Das Museo Romantica war leider geschlossen, so dass wir ersatzweise das Museo de Historie Muncipal, dem Palast eines ehemaligen Plantagenbesitzers, besichtigten. Der Aufstieg zum zugehörigen Turm war leider nicht im Programm vorgesehen. So war unser Rundgang schon bald beendet und nach einer Ruhepause im Quartier erkundeten wir zunächst eigenständig das Zentrum der Einheimischen. Später bummelte ich auf Straßen außerhalb der Innenstadt bis zum Stadtrand und dann weiter zur Kirchenruine Emilia de la Popa. Hoch über der Stadt erlebte ich dort einen herrlichen Sonnenuntergang. Die Nebenstraße Richtung Norden sind sehr ärmlich und ursprünglich. Sie bieten einen deutlichen Kontrast zu den relativ gepflegten im kolonialstiel gebauten Häusern und Straßen und dem touristisch geprägten Zentrum. Abends besuchten wir ein Konzert einer kubanischen Musikgruppe.

Tag 9: Küstencharme in Cienfuegos

Von Trinidad fuhren wir nach einem kurzen Halt am sogenannten Sklaventurm nach Santa Clara zum martialischen Denkmal von Che Guevara. Es wird sehr viel Kult um ihn auch in dem für ihn gebauten Mausoleum und einem zugehörigen Museum gemacht. Der Freiheitskämpferin Tania aus der DDR, die wir bisher nicht kannten, ist ein besonderer Raum gewidmet. Weiter ging es nach Cienfuegos mit seiner französisch geprägten Architektur. Zunächst fielen die von Säulen getragenen Bauten über den Bürgersteigen der Straßen auf. Wir bummelten auf dem Boulevard zum Parque Marti, der von zahlreichen Prachtbauten umgeben ist. Der dortige Triumphbogen ist einmalig für Kuba. Außerhalb der Stadt wurden wir durch einen botanischen Garten geführt, in dem vor allem zahlreiche „exotische“ Bäume zu bewundern sind. Zum ersten Mal auf unsrer Reise konnten wir anschließend am Karibikstrand des zugehörigen Hotels baden.

 

Tag 10: pittoreskes Vinales

Eine lange Fahrt führte uns durch zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Felder und unterschiedlichen Landschaften nach Vinales. Aus dem Bus konnten wir schon das Vinales-Tal mit den umgebenden typischen Kegelfelsen bewundern. Vinales ist ein Dorf bzw. eine kleine Stadt. Im Wesentlichen sind es 2 Hauptstraßen mit hübschen kleinen Häusern, die für Vinales prägend sind. In der einen Straße sind viele Privatquartiere, in der anderen Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte angesiedelt. Wir hatten ein schönes sauberes Quartier und nette Gastgeber. Am Nachmittag bummelten wir durch das Dorf, saßen in einem netten Café und bekamen so einen ersten Eindruck von Vinales.

 

Tag 11: Entspannen am karibischen Strand

Durch die Berge fuhren wir auf nicht sehr guten Straßen und über einen Damm zur Insel Cayo Jutias. Bei ca. 28 Grad warmen Wasser und 30 Grad Lufttemperatur konnten wir am weißen Strand diesen Tag genießen. Am späten Nachmittag ging es dann durch die Berge und das schöne Vinales Tal zurück zu unserem Quartier.

 

Tag 12: Besuch einer Tabakfabrik

Mit unserem Bus ging es heute zu den Sehenswürdigkeiten rund um Vinales. Es begann mit der Besichtigung einer Höhle zu Fuß und anschließend einer Bootsfahrt auf einem See im Inneren der Höhle. Von dort fuhren wir an dem 180 x 220 m großen bemalten Felsmassiv eines mexikanischen Künstlers vorbei. Der Weg führt uns zu einer der besonders für Touristen hergerichteten Tabakfarmen. Sowohl ein museal eingerichtetes Farmerhaus, als auch eine Tabakscheune mit einer Vorführung der Herstellung von Zigarren und dem eigentlichen Wohnhaus mit zahlreichen Tieren (auch in Käfigen), waren dort zu sehen. Solcher Art von Farmen leben heute wohl hauptsächlich von den Touristen und weniger vom Tabakanbau. Der kommerzielle Anbau wird weitgehend vom Staat geregelt (z.B. 90 % der Ernte muss abgegeben werden). Anschließende saßen wir beim Mittagessen auf einer Freiluft-Holzterrasse hoch über dem Vinales Tal. Ein Hund, eine Katze und ein Huhn warteten unter dem Tisch auf leckere Speisereste. Der dortige Postkartenblick ließ uns noch einmal bewusst werden, warum Vinales und seine Umgebung von so vielen Touristen besucht wird. Am späten Nachmittag erreichten wir Havanna und durchquerten den Stadtteil Miramar mit seinen zahlreichen gut restaurierten Villen. Beim Stopp am Platz der Revolution konnten wir uns die umliegenden Regierungsgebäude und das Memorial Jose Marti ansehen. Den Abend verbrachten wir in Alt-Havanna beim Konzert der berühmten Musikgruppe „Buena Vista Social Club“. Ohne die den Gesang übertönenden Trompeten und Posaunen hörte sich die Gruppe auf Youtube wesentlich besser an.

 

 

Tag 13: Havanna Vieja

Havanna Vieja (Alt-Havanna) stand auf dem Programm. Einige der schön restaurierten Gebäude der Altstadt sahen wir bereits am vorigen Abend. Zunächst hatten wir eine Führung im Rum Museum (Havanna Club). Die Geschichte und Gegenwart der Rumherstellung wurde gezeigt. Der anschließende Rundgang durch die Altstadt führte uns zu den wichtigsten Plätzen und Straßen mit zahlreichen bedeutenden historischen Gebäuden. Nach ca. 1 ½ Stunden hatten wir 2 Stunden lang die Gelegenheit allein auf Erkundigungstour zu gehen. Gut dass wir unseren Reiseführer dabei hatten. Schon am frühen Nachmittag kamen wir zum Hotel zurück. Nach einer Mittagspause erkundigte ich dann noch die etwas weitere Umgebung des Hotels zu Fuß. Die Wohn- und Geschäftsstraßen abseits allen touristischen Treibens bildeten einen gewaltigen Kontrast zu dem bisher gesehenen.  Am Abend fuhren wir noch mal mit der Gruppe zum Abendessen in die Innenstadt und anschließend verabschiedeten sich unser Reiseführer und der Fahrer von uns.

 

Tag 14: Abschlusstag in Havanna

Der letzte Tag stand uns ganz zur Verfügung, da wir erst gegen 17 Uhr vom Hotel abgeholt wurden. Zu Fuß marschierten wir vom Stadtteil Vedato, quer durch Centro Havanna, dem chinesischen Viertel bis zum Gebiet um das Capitolio Nacional. Das Alltagsleben mit den einfachen Läden, Werkstätten, Gemüse- und Obsthändlern, sowie den Verkehr mit Fahrrädern, Pferdegespannen oder den zahlreichen alten Autos, sollte man erlebt haben. Die Gebäude sind meist schon sehr zerfallen und reparaturbedürftig. Die elektrischen Leitungen und Anlagen abenteuerlich. Dennoch hat man das Gefühl, die Kubaner sind in ihrem einfachen und wohl zum Teil auch entbehrungsreichen Leben zufrieden und wenig aggressiv. Den ganzen Bereich vom Capitol, dem Theater, dem Kunstmuseum, dem Revolutionsmuseum bis zur Uferstraße Malecon hatten wir bisher noch nicht gesehen. Der Weg zurück auf dem Malecon, immer am Meer entlang, bis zu unserem Hotel war zwar ziemlich weit, aber auch sehr schön. Nach 6 Stunden waren wir zwar kaputt und müde, hatten Havanna aber noch mal in ganz anderer Weise erlebt.

Kuba Total - Abenteuer Pur!

Reiseteilnehmer

  • Heinz & Erika Kilp, Deutschland

     

  • Dezember 2015
"Ich habe noch nie so viele Schaukelstühle gesehen. In jedem Haus gibt es mindestens einen!"

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